Psychotherapie

In einer Psychotherapie werden psychosozial oder auch psychosomatisch bedingte Verhaltensstörungen und Leidenszustände behandelt. Mögliche Gründe können

  • Lebenskrise,
  • Beziehungs- / familiäre Probleme,
  • Trennungserfahrung,
  • Traumatisierung,
  • Kinderwunsch oder

einfach der Wunsch nach Veränderung der Lebensumstände sein. Eine Psychotherapie kann auch von Ihrem behandelnden Arzt aufgrund psychischer Krankheitsbilder empfohlen werden. Ziel ist hier, bestehende Symptome zu mildern oder zu beseitigen, gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern und die Reifung, Entwicklung und Gesundheit des Patienten bzw. Klienten zu fördern.

Psychotherapeutische Sitzungen finden 1–2-mal in der Woche statt. Es wird im Sessel-Sessel-Setting gearbeitet. Es besteht auch die Möglichkeit, die Psychotherapie höherfrequent, das heißt bis zu 3-mal in der Woche, im Sessel-Couch-Setting durchzuführen. Als Mitglied des Vereins für Individualpsychologie gehe ich in meiner Arbeit als Psychotherapeutin vom tiefenpsychologischen Denkmodell aus.

Individualpsychologische Methode

Die Individualpsychologie gehört zu den tiefenpsychologischen Psychotherapiemethoden. Grundlegend ist die Annahme eines Unbewussten. Menschen sind wünschende und begehrende Wesen, die sich permanent mit der Frustration und Einschränkung ihrer Wünsche auseinandersetzen müssen. Die Probleme manifestieren sich im Hier und Jetzt in unseren Beziehungen. Die Beziehungen des Einzelnen zu seiner (sozialen) Umwelt werden jedoch als etwas begriffen, das eine – teilweise unbewusste – Geschichte hat. Adler betont in diesem Zusammenhang den Zweck von Symptomen, die unbewusste Ausrichtung von Lebensäußerungen (er verwendet dafür den Begriff der Finalität). Ziel des therapeutischen Prozesses ist die Erhöhung des Selbstwertes. Einer stabilen Patient-Therapeut-Beziehung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Alfred Adler – der Begründer der Individualpsychologie

Alfred Adler wurde 1870 in Wien geboren. In Vorahnung des 2. Weltkrieges gehörte Alfred Adler der ersten Emigrationsbewegung von Österreichs geistiger Elite ins sichere Ausland an. Dort erntete er Anerkennung für seine Theorien und verdiente den Lebensunterhalt für sich und seine Familie als Vortragsreisender. Wo er sich nach dem Verlassen Österreichs letztlich niederlassen wollte, blieb bis zu seinem Tod am 28.05.1937 unklar. Im Jahr 2007 wurde Alfred Adlers Urne im Rahmen einer Studienreise des Alfred Adler Instituts, bei der ich beteiligt war, wieder für die österreichischen Individualpsychologen sichtbar gemacht. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Individualpsychologie erfolgte mit Einverständnis der Hinterbliebenen eine Rückführung der Urne Adlers nach Wien. Die Beisetzung in einem Ehrengrab der Gemeinde Wien am Zentralfriedhof fand am 12. Juli 2011 statt.